Erfahrungsbericht Oerlinghausen

Das fliegerische Jahr begann für mich dieses Jahr schon recht früh.

Sonnenaufgang bei WindenstartWährend unsere Flugschüler im Bezirksunterricht die Schulbank drückten, tat ich das gleiche im Unterrichtsraum der Flugschule Oerlinghausen.  Mit dem einzigen Unterschied, dass der gesamte Stoff der normalerweise an 10 Wochenenden vermittelt wird bei uns Fluglehreranwärtern an zwei Wochenenden „durchgeprügelt“ wird. Aber nicht so schlimm, ist ja alles schon bekannt.

Dann folgte Anfang März endlich der Praxislehrgang – 2 Wochen. Und mit was geht es los? Richtig mit Theorie. Diesmal waren Pädagogik und Methodik auf dem Stundenplan. Normalerweise sehr trockene Themen, aber auch da merkt man wieder: Der Ton macht die Musik. Klasse vermittelt von unserem Ausbildungsleiter Hubs.

Vor jedem Flugtag ein Wetterbriefing, was ich so in der Form noch nie zuvor erlebt hab. Eindrucksvoll und mit Begeisterung wurde sogar das „Haus vom Nikolaus – Extrem“ zu einem leicht zu interpretierenden Temp. Zwischendurch auch immer ein bisschen aus der Methodik: Übungsbesprechung. Wer hier meint er hat die ganze Theorie schon drauf, falsch. Zusammenhänge wurden geschaffen, über die man sich vorher noch nie Gedanken gemacht hat und man sagt sich selber (obwohl ich schon seit 2005 fliege) „Jo stimmt, genial“. Zu wissen wie etwas funktioniert ist schon recht hilfreich. Aber zu wissen was alles passieren kann wenn man mal einen Fehler macht ist noch viel eindrucksvoller, erweitert den Horizont und verhindert schon mal die eine oder andere „ungesunde“ Situation.

Man weiß dass man mit einem Fahrrad umfällt wenn man den Fuß nicht runter macht, also kann man sich das Umfallen doch ersparen. Leider sind allerdings die Dinge die uns im Segelflugzeug begegnen doch etwas komplizierter.

In der Praxis war natürlich kein Flug normal. Alles was ein Flugschüler in 10 Flügen an Fehlern macht bekam man hier in einem Flug serviert. Wir waren ja auch nicht da um nett durch die Gegend zu fliegen, sondern um auf alle, bzw. sehr viele Eventualitäten vorbereitet zu sein.

Aber auch da merkte man wieder wie wichtig es ist manche Sachen einfach immer mal wieder zu üben.

Flugzeug im StartKlar ist jeder in der Ausbildung schon mal getrudelt, oder bekam Seilrissübungen in richtig blöden Höhen. Aber ich kann euch sagen, obwohl ich ja wusste auf was ich mich da einlasse, die ersten Seilrissübungen ließen doch etwas Anspannung aufkommen. Und als Trudeln auf dem Programm stand war der Puls doch spürbar. Man weiß doch genau was kommt, aber Erfahrungen und Eindrücke die man eben nicht ständig oder vielleicht auch nur mal vor Jahren erlebt hat gehen schneller verloren als man denkt.

Ein kleiner Denkanstoß an die Scheinpiloten unter uns: Wann hattet ihr eure letzte Seilrissübung? Und im Vergleich dazu: Wann hattet ihr euren letzten richtigen Seilriss?

In diesem Sinne möchte ich mich noch mal recht herzlich bei Hubs bedanken und wünsche uns allen eine erfolgreiche Saison 2014 😀

Nico

Dieser Beitrag wurde unter Aktuelles, Allgemein, Ausbildung veröffentlicht. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.