Segelfliegen

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Um den Segelflug ranken sich immer wieder ein paar Gerüchte. Mit ein paar Eckdaten wollen wir an dieser Stelle einen kleinen Eindruck von den Möglichkeiten im Segelflug geben.

Die Vorflugkontrolle

Vor dem Start...Vor jedem Flug wird nach klaren Regeln eine Vorflugkontrolle durchgeführt, um den sicheren Flug des Segelflugzeugs zu gewährleisten. Wurde der Beladepan eingehalten? Ist der Fallschirm richtig angelegt? Sind alle Ruder frei? Wie sieht es mit der Windrichtung und -stärke aus?

Nachdem all diese Parameter für einen sicheren Flug durchgegangen wurden und der Pilot das Zeichen für den Start gibt, kann es losgehen!

Der Start

WindenstartGenerell haben sich im Segelflug zwei Startarten etabliert. Zum einen der kostengünstige Windenstart, bei dem das Flugzeug ähnlich wie ein Drachen mit Hilfe eines Stahlseils und einer Winde in eine Höhe von etwa 400m katapultiert wird. Diese Startart ist die bei uns in Hengsen gebräuchlichste und für Schulungsflüge effizienteste. Nachteil ist, dass das Flugzeug nicht direkt in einem Aufwind geschleppt werden kann, sondern nur die Möglichkeit hat, Aufwinde in unmittelbarer Nähe des Flugplatzes zu finden. Ein Windenstart kostet für Vereinsmitglieder – je nach Flugzeug – bei uns am Flugplatz in etwa 4-5€.

F-SchleppEine andere Möglichkeit, das Segelflugzeug in die Luft zu bringen ist der Flugzeugschlepp, auch F-Schlepp genannt. Hier zieht ein Motorflugzeug das Segelflugzeug an einem Seil hinter sich her. Vorteil dieser Möglichkeit ist, dass man sich deutlich höher als 400m schleppen lassen kann und man sich in der Regel direkt in ein Aufwindgebiet schleppen lässt. Nachteil sind die höheren Flugkosten. Hier ist man bei etwa 20-30€ pro Start mit dabei, hat aber auch an thermisch schlechteren Tagen ein deutlich längeres Flugerlebnis.

Die Höhe

Wolkenuntergrenze (Basis)Die Flughöhe im Segelflug muss immer wieder hart erkämpft werden. Da die Segelflugzeuge keinen Antrieb besitzen, können sie nach dem Start nur Höhe durch Aufwinde erlangen, welche thermisch oder orographisch (d.h. vom Gelände abhängig) bedingt sind.

Gesetzlich sind ab einer Höhe von 3.000m Sauerstoffgeräte vorgeschrieben und natürlich jederzeit die jeweiligen Lufträume zu beachten. Ansonsten sind Grenzen nur durch die Atmosphäre und das Wetter gesetzt und können schon mal bis zu 10.000m betragen.

Die Dauer

DauerDie Flugzeit, die mit einem Segelflugzeug erreicht werden kann, ist natürlich wie die Höhe stark vom Geschick des Piloten und vom Wetter abhängig. Ohne Aufwinde, die in Höhe umgesetzt werden können, ist der Flieger bereits nach wenigen Minuten wieder am Boden.

Unter günstigen Verhältnissen lassen sich aber Flugzeiten im Bereich etlicher Stunden erzielen. Flüge von zwei bis sechs Stunden und mehr sind hierbei auch bei uns keine Seltenheit.

Die Distanz

DistanzFür den Piloten ist es wichtig die Zeit abzuschätzen, die er unter den momentanen Bedingung noch in der Luft bleiben kann, um rechtzeitig die Landung auf dem nächsten Flugplatz durchzuführen. Bei ungünstigen Wetterbedingung ohne viel Thermik können sich daher die Flugzeuge nur selten weit vom Platz entfernen. Bei günstigen Flugbedingungen sind jedoch auch Streckenflüge von 300km und mehr möglich.

Der derzeitige Weltrekord im Streckenflug liegt derzeit bei 3.000km, allerdings in Australien!

Die Geschwindigkeit

InstrumenteDie Geschwindigkeit eines Segelflugzeuges ist z.B. dann von Bedeutung, wenn möglichst schnell Streckenflüge durchgeführt werden sollen. Prinzipiell bedeutet eine höhere Geschwindigkeit auch einen größeren Verlust an Höhe, der dann häufiger wieder aufgeholt werden muss.

Die Bereiche, in denen sich minimale und maximale Eigengeschwindigkeit bewegen, hängen vom jeweiligen Typ des Flugzeugs ab.

Die Fluggeschwindigkeit im normalen Gleitflug liegt bei etwa 90-100 km/h. Je nach Typ können aber auch Geschwindkeiten jenseits der 200 km/h Marke im Schnellflug geflogen werden – was natürlich nur mit entsprechendem Höhenverlust verbunden ist.

Die Geschwindigkeit über Grund ist zusätzlich noch vom Wind abhängig, der das Flugzeug verlangsamen, beschleunigen oder seitlich versetzen kann.

Die Landung

LandungAb einer Höhe von 150m beginnt im Segelflug die Landeeinteilung. Hierbei befindet sich das Flugzeug im Gegenanflug auf die entsprechende Landebahn und erhöht aus Sicherheitsgründen seine Fluggeschwindkeit.

Es folgen zwei 90 Grad Kurven, eine in den Quer- und eine in den Endanflug.

Durch Betätigung der Störklappen kann der Pilot den Anschwebewinkel auf die Landebahn durch Aufbau von mehr Widerstand erhöhen. Auch der Schiebe-Gleitflug („Slip“) ist hier eine oft genutzte und effiziente Methode, die verbleibende Höhe abzubauen. Kurz vor dem Aufsetzen wird das Flugzeug im so genannten Abfangbogen sanft auf der Landebahn aufgesetzt und rollt aus. Damit ist der Flug beendet.

Mal mitfliegen?

segelflugpilotWer einmal lautlos durch die Lüfte gleiten und nur den Wind als einziges Geräusch zusammen mit einer atemberaubenden Kulisse und Rundum-Panoramablick selbst erleben möchte, hat in unserem Verein auch die Möglichkeit, einen Gastflug im Segelflugzeug zu absolvieren.

Spielt man aktiv mit dem Gedanken, selbst den Pilotenschein zu erwerben, ist auch das bei uns kein Problem!